Let’s talk about Food – mit Leon Kaufmann-Ludwig

In unserer Rubrik Let’s talk about Food fragen wir andere Foodies nach ihrer Geschichte zur Ernährungsumstellung. Diesmal haben wir bei dem Shorttracker Leon Kaufmann-Ludwig nachgefragt.

Shorttracker LeonKaufmann-Ludwig in Action auf dem Eis

Shorttrack Dresden 08.02.2015//Weltcup 500m Herren Männer//Leon Kaufmann-Ludwig (GER) 142// © Camera4

Seit wann lebst du vegan und wie bist du zu dieser Art der Ernährung gekommen?

Vollkommen vegan lebe ich seit meiner Knie-OP im August 2017, also inzwischen seit fast 7 Monaten. Wenige Tage vorher habe ich mich bei einem Trainingsunfall schwer am rechten Knie verletzt und mir dabei einen Kreuzband-, Außenband- und einen doppelten Muskelsehnenabriss zugezogen. Da ich in den Jahren vorher auch schon in regelmäßigen Abständen von Verletzungen geplagt war, war für mich in dem Moment die Zeit gekommen, dass sich daran etwas ändern musste.

Vorher begann natürlich ein langer Prozess des Umdenkens, der vor allem durch den Input von Aleksandra Keleman beeinflusst wurde. Aleks versorgt uns mit allen wichtigen Infos, neuen Ideen zur Ernährung.

Wie hast du deine Ernährung umgestellt? Hast du sofort alle tierischen Produkte weggelassen oder war das ein Prozess in mehreren Stufen?

Ich habe schon seit einigen Jahren darauf geachtet, Milchprodukte nur in kleinen Maßen zu konsumieren, weil ich schon immer davon überzeugt war, dass Milch unseren Körpern nicht gut tun kann, da muss man sich nur die evolutionsbiologische Bedeutung von Milch ansehen.

Vor ca. einem Jahr habe ich dann alle Milchprodukte aus meiner Ernährung verbannt und zunehmend versucht, immer mehr gekeimte Nahrung einzubauen.

Fleisch habe ich in dem Prozess parallel dazu stückweise reduziert, die Milch stand bei mir aber zunächst im Vordergrund.

Welche körperlichen Veränderungen hast du bemerkt?

Im Heilungsprozess nach meiner OP ist so ziemlich alles perfekt gelaufen, was mich in meiner Entscheidung, vegan zu leben, im Nachhinein bestätigt.

Die Ärzte, die meine Verletzung vor der OP diagnostiziert haben und diejenigen, die mich unmittelbar danach behandelt haben, haben alle durchklingen lassen, dass sie mir nicht versprechen können, dass mein Knie wieder leistungsfähig sein wird, da es sich bei mir um eine hochkomplexe Knieverletzung handelt. Sowohl zeitlich als auch qualitativ ist der Heilungsverlauf so gut gewesen, dass alle beteiligten Physiotherapeuten und Ärzte super zufrieden sind mit dem Fortschritt.

Ansonsten merke ich, dass ich wesentlich weniger Schlaf brauche, um mich ausgeschlafen zu fühlen. Früher war ich sehr müde, wenn ich früh aufstehen musste, inzwischen fällt mir das deutlich leichter.

Auch merke ich, dass mein Magen viel weniger zu tun hat. Wenn ich jetzt Tierisches konsumiere, merke ich, dass mein Magen darauf reagiert. Mir ist das früher nie so wirklich aufgefallen, ich war es gewohnt, oft nach dem Essen leichte Bauchschmerzen zu haben.

Woher hast du dein Wissen zum Thema vegane Ernährung?

Vieles von dem, was ich weiß und wovon ich überzeugt bin, weiß ich direkt oder indirekt von Aleksandra Keleman, die mich regelmäßig mit Denkanstößen, Links zu Studien oder neuen Infos versorgt.

Die Netflix-Dokumentation „What The Health“ war für mich ein wichtiger Eye-Opener für die Bedeutung pflanzlicher Ernährung für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Körper.

Dazu kamen dann verschiedene Dokus und Reportagen, auf die ich im Internet oder im Fernsehen gestoßen bin, z.B. über die Zustände in der Viehzucht, die Vorgänge in der Milchproduktion oder die Produktion von Gelatine, das war schockierend!

Short Track Nationalmannschaft – Leon Kaufmann-Ludwig // © Thomas Eisenhuth

Wie sehen typische Mahlzeiten bei dir zuhause aus?

Morgens esse ich mein gekeimtes Keimster Müsli mit frisch gekeimtem Buchweizen, allerlei Obst und Minze, natürlich mit Hafermilch.

Mittags und abends setze ich oft auf gekeimte Hülsenfrüchte – vor allem grüne Bohnen, Kichererbsen und Linsen. Ich esse sehr gerne Quinoa, am besten natürlich auch gekeimt. Süßkartoffeln und Spinat kommen bei mir auch häufig auf den Teller, ansonsten viel verschiedenes Gemüse – mein Kühlschrank ist voll mit Obst und Gemüse in allen Farben, da findet sich meist was.

Ich esse super gerne Suppen, z.B. mit gekeimten Linsen, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Spinat und anderem Gemüse!

Wie hat dein Umfeld auf deine Ernährungsumstellung reagiert?

Einer meiner besten Freunde und Teamkollegen, Florian Becker, hat die Umstellung fast ein Jahr vorher geschafft, da hatte ich dann schon einen guten Orientierungspunkt. Meine Familie habe ich natürlich auch hin und wieder mit Infos gefüttert, was inzwischen dazu geführt hat, dass die meisten Milchprodukte verschwunden sind und Fleisch nur noch unregelmäßig gegessen wird. Ansonsten habe ich überraschend viel positives Feedback bekommen, viele sind beeindruckt und interessiert, welche Hintergründe dahinterstecken. Einige meiner Freunde essen inzwischen auch viel bewusster und lassen das Fleisch regelmäßig weg.

Welchen Tipp würdest du den Leuten geben, die sich erst seit Kurzem mit veganer Ernährung beschäftigen?


Um einen guten Überblick über die verschiedenen Argumente zu bekommen, würde ich die Netflix-Dokumentationen empfehlen, die mich überzeugt haben. Da gibt es noch ein paar mehr, u.a. „Forks over Knives“ und „Earthlings“.

Wichtig ist es meiner Meinung nach, auf seinen Körper zu hören und sich so viel Zeit für die Umstellung zu nehmen, wie man braucht, ohne sich zwingen zu müssen. Bei mir kam das eigentlich ziemlich von selbst, ohne dass es sich anfühlte wie eine Abstinenz.

Vorteilhaft sind auch Freunde oder Bekannte im Umfeld, die schon vegan leben oder sich genauso dafür interessieren. Das macht es oft einfacher, weil man sich gegenseitig mit Infos und neuen Entdeckungen füttern kann und sich so nicht so schnell von irgendwelchen Kommentaren der Mitmenschen verunsichern lässt.

Wie bist du auf das Superfood-Kochbuch aufmerksam geworden?

Da muss ich wieder auf Aleksandra Keleman verweisen! Wie die meisten wichtigen Infos habe ich die Buchempfehlung auch von ihr bekommen. Und wenn Aleks etwas so deutlich anpreist, dann muss das schon was bedeuten! ☺

Was hat dich am Superfood-Kochbuch besonders angesprochen?

Seitdem ich mich mit dem Keimen von Nahrungsmitteln beschäftige, stoße ich regelmäßig an meine Grenzen, das Keimen in meinen Alltag einzubauen. Da springt das Superfood-Kochbuch super ein, indem es Rezeptideen und vor allem Tabellen mit detaillierten Keimzeiten je nach Korn bereitstellt. Das macht die Logistik des Keimens deutlich einfacher und sichert den Keimerfolg.

Super finde ich auch, dass all die Vorteile und Infos über das Keimen in diesem Buch zusammengefasst werden. Ich habe einiges davon vorher auch schon mal gehört oder gelesen, aber es gibt bisher keine Quelle, die so kompakt alles Wichtige wiedergibt.

Welches Rezept aus dem Superfood-Kochbuch gefällt dir am besten?

Ich liebe das Süßkartoffel-Curry mit Kichererbsen und Spinat. Ich finde es gibt kaum eine bessere Kombination als Spinat und Curry. Und der Rest passt perfekt dazu. Gerne esse ich auch noch gekeimten Quinoa dazu.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Leon!

Wir freuen uns immer, mit anderen begeisterten Foodies und Sprossengärtnern zu sprechen. Du bist auch einer oder möchtest einer werden? In unserem Buch Superfood Assistant findest du die Basics zum Sprossen- und Mikrogrün-Ziehen, viele leckere Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie einen Ernährungsplan mit Sprossen und Mikrogrün. Klicke hier, um mehr über das Superfood-Kochbuch zu erfahren.

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By | 2018-07-01T17:24:46+00:00 April 1st, 2018|Allgemein, Let's talk about Food, Stark & Schnell|0 Comments

About the Author:

Joe Teips
Seit ich 16 bin ist die Langhantel mein (zweit ? ) bester Freund. Lass mich deine helfende Hand in dem Dschungel der Sporternährung sein, in dem ich selbst lange genug gefangen war. Ich bin davon überzeugt, dass der Eiweiß- und Mineralbedarf eines Kraftsportlers mit natürlicher und nachhaltiger Ernährung gedeckt werden kann.

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